Intelligente Wege in die Energiezukunft



Als regionaler norddeutscher Flächennetzbetreiber befindet sich Avacon auch räumlich im Kerngeschehen der Energiewende. Denn die Energiewende hat bereits begonnen, und sie findet vor allem auf dem Lande statt. Dies fordert allen Beteiligten erhebliche Anstrengungen ab. Avacon hat die Herausforderungen angenommen.


Verbraucher werden zu Stromproduzenten


Der Ausbau der erneuerbaren Energien im Avacon Stromnetzgebiet weist eine hohe Dynamik auf. Für das Jahr 2020 werden derzeit fast 150.000 regenerative Erzeuger - in der großen Masse kleine Photovoltaik-Anlagen - am Netz der  Avacon erwartet. Das bedeutet, dass mehr als jeder Fünfte Stromverbraucher dann auch - zumindest zeitweise - zum Stromerzeuger geworden sein wird. Dies ist Folge einer deutschlandweiten Entwicklung, die zu einer grundlegenden Systemveränderung in den deutschen Stromnetzen aller Netzebenen führt. War der Stromtransport vor wenigen Jahren noch klar von den hohen Spannungsebenen, an denen die großen Kraftwerke angeschlossen waren, nach unten in die Verteilnetze gerichtet, so stellt sich die Situation zunehmend verändert da: Der Strom fließt in allen Netzebenen nun - abhängig vom gerade aktuellen Erzeugungs- und Verbrauchsverhalten - mal in der einen, mal in der anderen Richtung durch die Netze. Die Energiewende bringt daher gerade auch für die ländlichen Verteilnetzstrukturen, die über nahezu ein Jahrhundert ausschließlich am Stromverbrauch orientiert waren, deutliche Änderungen mit sich. In den letzten Jahren  haben diese Netze erhebliche Anschlussleistungen aufgenommen und zunehmend Aufgaben des Stromabtransports übernommen.


Spannungsschwankungen im Verteilnetz


Da jede Erzeugungsanlage die Spannung in einem Netz in einem gewissen Umfang anhebt (ebenso wie jeder Stromverbrauch sie in einem gewissen Umfang senkt), besteht zunehmend die Gefahr, dass dabei die zulässigen Grenzwerte verlassen werden. Hinzu kommt: Je größer der räumliche Abstand zwischen der Spannungsregelung und dem Kunden ist, desto stärker wirken sich diese erzeugungs- und verbrauchsabhängigen Schwankungen aus.




Kreative Lösungen gefragt


Gemeinsam mit seinen Partnern sucht Avacon  nach Lösungen, wie auch künftig eine stabile und sichere Stromversorgung gewährleistet werden kann. Wird bei Mittelspannung und Niederspannung konventioneller Leitungszubau in großem Umfang nötig - und das zeichnet sich bei den derzeitigen Prognosen zur Einspeiseentwicklung in großen Teilen der ländlichen Räume Deutschlands ab - käme es bei der klassischen Form des Netzausbaus zu hohen Kosten und einem dauernden Aufgraben der Straßenzüge, um neue Kabel in die Erde zu legen. Deshalb gibt es verstärkte Forschungstätigkeiten, um intelligentere Formen für zukünftige Netzstrukturen (sogenannte smart grids) zu entwickeln. Avacon beteiligt sich intensiv an der Suche nach zukunftsträchtigen Lösungen.

Als besonders vielversprechend erscheint bislang der Ansatz, die Spannungsregelung analog zur Dezentralisierung der Erzeugung ebenfalls zu dezentralisieren. Auf diesem Gebiet ist Avacon in Kooperation mit erfahrenen industriellen Partnern, insbesondere dem Weltmarktführer auf dem Gebiet der Spannungsregelung, der Maschinenfabrik Reinhausen in Regensburg, ganz vorne in der Entwicklung mit dabei. Ziel ist es dabei, alle regenerativen Erzeuger, aber auch neue Stromverbraucher wie Elektroautos und eine Vielzahl von Wärmepumpen, deutlich effizienter in die Stromnetze einzubinden als das mit konventionellem Netzausbau möglich wäre.

Wie dies konkret geschehen kann, wird im Forschungsprojekt "e-Home Energieprojekt 2020" in den Gemeinden Stuhr und Weyhe bei Bremen erprobt. Dort wird nicht eine einzelne Zukunftstechnologie untersucht, sondern das Zusammenspiel mehrerer zukunftsweisender Ansätze.

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